Gefahrgutvorschriften: internationale und nationale Regelungen

Gefahrgutvorschriften sind internationale und nationale Regelungen, die die Beförderung gefährlicher Güter regeln und für verschiedene Verkehrsträger gelten. Neben der Regelung, welche gefährlichen Güter befördert werden dürfen, umfassen die Gefahrgutvorschriften viele weitere Bereiche des Transports von gefährlichen Gütern, z. B. Klassifizierung, Verpackung, Kennzeichnung und Transportdokumentation gefährlicher Güter und schreiben außerdem regelmäßige Schulungen für beteiligte Mitarbeiter vor.

❗️Regelmäßige Anpassungen: Die Vorschriften werden regelmäßig aktualisiert, um neue Erkenntnisse und Gefahren zu berücksichtigen. 


Das ADR (Accord européen relatif au transport international des marchandises dangereuses par route) regelt die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße. In Deutschland wird es durch die Gefahrgutverordnung GGVSEB umgesetzt. 

☑️ Änderungen alle 2 Jahre (ungerade Jahre)
☑️ Übergangsfrist 6 Monate

❗️Das ADR wurde zum 1. Januar 2025 aktualisiert, mit einer Übergangsfrist bis zum 30. Juni 2025, bis zu der die ADR-Version 2023 noch verwendet werden durfte.

☝️ Bei Änderungen des ADR ist außerdem die Schulung der beteiligten Mitarbeiter fällig.

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Das RID (Règlement concernant le transport international ferroviaire de marchandises dangereuses) ist das internationale Regelwerk für den Transport gefährlicher Güter auf der Schiene. In Deutschland wird es durch die Gefahrgutverordnung GGVSEB umgesetzt. 

☑️ Änderungen alle 2 Jahre (ungerade Jahre)
☑️ Übergangsfrist 6 Monate

❗️Das RID wurde zum 1. Januar 2025 aktualisiert, mit einer Übergangsfrist bis zum 30. Juni 2025, bis zu der die RID-Version 2023 noch verwendet werden durfte.


Das ADN (Accord européen relatif au transport international des marchandises dangereuses par voies de navigation intérieures) ist das europäische Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf Binnenwasserstraßen. In Deutschland wird es durch die Gefahrgutverordnung GGVSEB umgesetzt. 

☑️ Änderungen alle 2 Jahre (ungerade Jahre)
☑️ Übergangsfrist 6 Monate

❗️Das RID wurde zum 1. Januar 2025 aktualisiert, mit einer Übergangsfrist bis zum 30. Juni 2025, bis zu der die RID-Version 2023 noch verwendet werden durfte.


Die GGVSEB ist die Gefahrgutverordnung über die innerstaatliche und grenzüberschreitende Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße, mit Eisenbahnen und auf Binnengewässern.

☑️ Änderungen alle 2 Jahre (ungerade Jahre)
☑️ Übergangsfrist 6 Monate

❗️Die GGVSEB wurde am 26. Juni 2025 geändert, um die internationalen ADR/RID/ADN-Änderungen von 2025 in nationales Recht zu übernehmen. Ausnahmen gelten für die Änderungen in den §§ 9 und 12 GGVSEB, die erst am 1. Januar 2026 in Kraft treten.


Der IMDG-Code (International Maritime Dangerous Goods Code) regelt den internationalen Seetransport. In Deutschland wird es durch die Gefahrgutverordnung GGVSEE umgesetzt. 

☑️ Änderungen alle 2 Jahre (ungerade Jahre)
☑️ Übergangsfrist 12 Monate

❗️Der IMDG-Code wurde zum 1. Januar 2025 aktualisiert, mit einer Übergangsfrist bis zum 31. Dezember 2025, bis zu der die IMDG-Code-Version 2023 noch verwendet werden darf.

☝️ Bei Änderungen des IMDG-Codes ist außerdem die Schulung der beteiligten Mitarbeiter fällig.

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Die GGVSEE (Gefahrgutverordnung See) ist die nationale Vorschrift für den Gefahrguttransport mit Seeschiffen. Sie regelt die Zuständigkeiten, Pflichten und Sicherheitsvorschriften für den Gefahrguttransport auf See und setzt internationale Regelwerke wie den IMDG-Code in deutsches Recht um. 

☑️ Änderungen unregelmäßig
☑️ Die Änderungen werden vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) bekannt gegeben

❗️Die GGVSee wurde zuletzt im Oktober 2019 geändert und trat am 1. November 2019 in Kraft. 


IATA DGR (Dangerous Goods Regulations of International Air Transport Association) regelt globale Standards für den sicheren Transport gefährlicher Güter im Luftverkehr.

☑️ Änderungen jedes Jahr
☑️ keine Übergangsfrist

❗️Das IATA DGR wird zum 1. Januar 2026 aktualisiert und ist bereits ab November lieferbar! Also bestellen Sie jetzt!

☝️ Achten Sie bitte auf die IATA-Zertifikatsgültigkeit Ihrer Mitarbeiter. Die Wiederholungsschulung muss spätestens 2 Jahre nach der letzten Teilnahme erfolgen. Die Teilnahme ist bereits innerhalb von 3 Monaten vor dem Gültigkeitsablauf des aktuellen Zertifikats möglich.

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Die ICAO TI (International Civil Aviation Organization – Technical Instructions for the Safe Transport of Dangerous Goods by Air) sind die technischen Anweisungen für den sicheren Transport gefährlicher Güter im Luftverkehr. Diese Anweisungen sind die rechtlich verbindliche Grundlage für die internationale Regelung, wie gefährliche Güter per Flugzeug transportiert werden dürfen, und bilden die Basis für die Vorschriften der Luftverkehrsgesellschaften, wie die der IATA. 

☑️ Änderungen alle 2 Jahre (ungerade Jahre)
☑️ keine Übergangsfrist
☑️ Addenda oder Nachträge können bei dringenden Änderungen jederzeit erscheinen

❗️Die aktuellste Version der ICAO TI ist die Ausgabe 2025/2026. Sie trat am 1. Januar 2025 in Kraft. 


Die „UN-Empfehlungen für den Transport gefährlicher Güter“ (auch „Orange Book“ oder UN Model Regulations) sind ein internationales Modellregelwerk, auf dem die meisten nationalen und verkehrsträgerspezifischen Gefahrgutvorschriften aufbauen. Dieses Regelwerk legt die Kriterien für die Klassifizierung, die Anforderungen an Verpackung, Kennzeichnung, Dokumentation und Prüfverfahren fest, wird regelmäßig aktualisiert und bildet die Grundlage für verbindliche Regelwerke wie das ADR (Straße), RID (Schiene), ADN (Binnenschifffahrt) und den IMDG-Code (Seeschifffahrt). 

☑️ Die Empfehlungen der UN dienen als Vorlage, die alle zwei Jahre überarbeitet wird
☑️ Keine Rechtsverbindlichkeit für Staaten und internationale Organisationen

❗️Die letzte große Aktualisierung des UN-Orange-Books ist die 24. Ausgabe von 2025.